„Und die Welt dreht sich weiter…“

Ja ups.

Erster Post in 2021 am 3. Mai. Ich bekleckere mich mal wieder mit Ruhm.

Ich schwöre, ich hatte es schon länger im Sinn, mal wieder einen Eintrag zu machen, aber wenn ich etwas nicht explizit auf meine To Do Liste schreibe… ja. Was auch gleich ein super Einstieg in ein Thema ist: ADHS.

Ich habe seit längerem die Vermutung, dass ich das wohl haben könnte (und frage mich regelmäßig, ob mein ehem. Therapeut es einfach nicht gemerkt hat oder es mir verschwiegen hat), und habe mich mal ein bisschen informiert, wie ich in dieser Stadt zu einer Diagnose komme. Gibt extra Sprechstunden in der Uniklinik, super. Nicht super wiederum, dass die Warteliste ein fucking Jahr lang ist. Ich hab ja einiges an Wartezeit erwartet, aber holy shit. Gut, dann warte ich eben, nächstes Jahr im April hoffentlich wieder angerufen zu werden. Ein Traum.

Aber war schon ein bisschen witzig, wie ich so eine Liste mit 25 Zeichen für ADHS in Erwachsenen durchgegangen bin und festgestellt habe, dass ich 20 davon zeige. Noch witziger war dann die Erkenntnis, dass ich die übrigen 5 nur nicht habe, weil meine Angststörung dagegen arbeitet. Kannste dir nicht ausdenken.

Nun aber mal zu positiveren Dingen.

Ich arbeite seit einem Monat wieder! Klingt komisch, ist aber so. Ich habe doch tatsächlich jemanden gefunden, der mich will. Ich bin immer noch ganz verblüfft. Das kann man sich vermutlich gar nicht vorstellen, wenn man es selbst nicht erlebt hat, aber erst gefeuert werden und dann ein Jahr lang nur Absagen (wenn überhaupt) zu bekommen sorgt dafür, dass man echt überfordert ist, wenn man auf einmal genommen wird.

Ich hab’s nicht geglaubt bis ich am 1.4. vor Ort stand. Und dann wurde die Ungläubigkeit direkt durch Panik, die Probezeit zu versemmeln, ersetzt. Go me.

Dazu noch eine kleine (not) Fun Story:

Ich war erst wochenlang vor Ort, im Büro mit zwei anderen KollegInnen, bis dann die Geschäftsführung davon Wind bekommen hat und meinen Chef angewiesen hat, sich was einfallen zu lassen, weil laut internen Corona-Bestimmungen dürfen nicht so viele Menschen auf einmal in einem Zimmer arbeiten. Daraufhin teilte mir Chef zwischen Tür und Angel, gerade als ich gehen wollte, mit, dass ich darauffolgende Woche wohl ins Homeoffice gehen würde, oder so.

Und dann setzte auf einmal eine Panikreaktion bei mir ein, die von der Tür der Firma bis nach Hause andauerte.

Stellte sich heraus, meine letzten Erfahrungen mit Homeoffice (aka ins HO geschickt und drei Arbeitstage später gekündigt werden) haben ihre Spuren hinterlassen. Noch was für die Traumaliste.

Ich pendel jetzt ein bisschen zwischen HO und meinem Ersatzplatz im Meetingraum an der Arbeit hin und her, das ist okay so. So kann ich auch gerade diesen Eintrag schreiben.

Und was gibt es sonst so?

Gar nicht mal so viel. Ich trainiere immer noch im Keller, schreibe fleißig an meinen Fanfictions, und warte sehnsüchtig darauf, dass die Welt da draußen sich mal zusammenreißt. Und ansonsten will JV ihre Hochzeitspläne konkretisieren und PG&MG (meine zwei Freundinnen hier) erwarten ein Kind Endes des Jahres.

Irgendwie geht das Leben ja doch weiter, ob man will oder nicht.

„Und wir schießen das alte Jahr in die Nacht“

Einfach mal eine Pause vom exzessiven Fanfiction schreiben machen, um direkt hier weiterzutippen.

Der Grund, warum ich mich doch noch vor Jahresende dazu bequeme, nochmal etwas zu posten, ist ganz einfach der, dass es ein schöner Ringschluss ist. Und mit schön meine ich traurig.

Ich habe diesen Blog am 1.1.2016 angefangen, als ich gerade das erste Silvester allein verbracht habe und es mir so schlecht damit ging. Tja. Morgen wird mein zweites Silvester ganz allein sein, Corona sei Dank.

Gut, ich schiebe das jetzt mal auf Corona, auch wenn sich sonst niemand bei mir gemeldet hat, um mich zu fragen, ob man die Zeit gemeinsam verbringen möchte. Aber wäre keine Pandemie, hätte ich mich vllt. sogar irgendwo selbst eingeladen. Wisst ihr, ich bin mittlerweile 30 Jahre alt, und kann an jedem Tag im Jahr super allein sein, inkl. meines Geburtstages, aber am 31.12. geht das irgendwie dann doch nicht mehr.

Weil Silvester ein Tag für Freunde ist in meinem Kopf, und da dann allein zu sein, wenn alle anderen drumherum irgendwie irgendwen haben, knallt dann einfach richtig rein.

Und gerade in diesem Jahr der Einsamkeit ist es schon noch einmal eine etwas härtere Nummer.

Aber fassen wir das alles mal zusammen:
in diesem Jahr habe ich meinen Job verloren, meine Hobbys wurden mir 2mal genommen, und von meinen drei besten Freundinnen hab ich eine keinmal, eine einmal (und das war prä-Corona), und die andere sieben Mal gesehen (davon aber vier auch pC, und einmal weil sie auf die Auflagen geschissen hat und mich überraschen wollte). Ich habe mich furchtbar in eine Trainerin verknallt, und ja, das hält auch 68 Tage, seitdem wir uns das letzte Mal gesehen haben, immer noch an, was super Grundlage für emotionale Achterbahnfahrten ist.
Zusammen mit all den Job-Absagen, die regelmäßig reinflattern, ist es echt ein Wunder, dass ich noch keinen ernsthaften Absturz hatte.

Morgen wird weh tun, das steht außer Zweifel. Aber ich habe es bis hierhin geschafft, da schaff ich es auch noch ein paar Tage weiter.

Titel aus „Du fehlst hier“ von Silbermond

„After the boys of summer have gone“

Fünf Monate. Ich habe wirklich keine Ausreden mehr.
Ich kann es nur versuchen damit zu relativieren, dass auch nicht viel passiert ist.

Ich habe immer noch keinen neuen Job, dafür habe ich aber Ende Juli eine Weiterbildung im Life Science Management angefangen, die noch bis Weihnachten geht. Das gibt mir momentan einen geregelten Alltag.

Was mich aus meinem geregelten Alltag natürlich wieder rausgeworfen und mich in arge emotionale Bredouille gebracht hat, war bzw. ist immer noch dieser Witz von einem Lockdown, der mir einfach sämtliche Hobbys wieder genommen hat. Ich kann mich immer noch sehr lange und ausführlich drüber aufregen, was für eine bescheuerte Idee das war und wie absolut falsch priorisiert wurde. Sieht man ja an den aktuellen Fallzahlen, dass das, was geschlossen wurde, eben kein Infektionsherd ist.
Überraschung, hätte ich denen auch sagen können.

Was hab ich an dem Prä-Schließungswochenende geheult.

JV sagte den simplen Satz „Das ist alles irgendwie so schwer diesmal, oder?“ und von da an waren die Schleusen offen bei mir, einmal die Stunde gingen die Sturzbäche los.

Das war diesmal wirklich emotional schwerer damit umzugehen als letztes Mal. Und warum? Zum einen, weil es diesmal nicht knall auf Fall kam und man die Tage zählen konnte, bis es vorbei ist, und zum anderen, weil ich seit Ende Mai / Anfang Juni eine so starke Bindung zu einzelnen TrainerInnen aufgebaut habe. Es tat so so weh mich von diesen Menschen verabschieden zu müssen und nicht zu wissen, wann ich sie wiedersehen werde.

Und FF hatte natürlich Urlaub, als das bekannt wurde, so dass ich gar nicht die Gelegenheit hatte, mich zu verabschieden. Alles ganz furchtbar für Herz und Psyche.

Dafür ging aber an dem PS(Prä-Schließungs)-Freitag ganz viel harte Liebe an KM raus. Sie ist mein nicht-romantischer Liebling und sie hatte so exorbitant gute Laune an dem Tag, dass es mir etwas leichter gefallen ist, mit allem klarzukommen. Ich lache auch jetzt, zwei Wochen danach, immer noch, wenn ich daran denke, wie sie bei Step Aerobic eskaliert ist.

Ich habe natürlich aus Lockdown 1.0 gelernt und mir diesmal doch tatsächlich Hanteln bestellt. Mit ein bisschen Geduld und Spucke habe ich mir dann letzten Samstag endgültig ein kleines Trainingscenter in meinem Kellerabteil eingerichtet und habe es seit Montag auch in Betrieb. Ich nenne es liebevoll Dungeon oder Folterkammer.

Aber ein wirklicher Ersatz wird es nie werden können, weil a) sind die Gewichte nicht schwer genug und b) ist die Decke zu niedrig. Ja, letzteres ist tatsächlich ein Problem bei mindestens einer Übung, die ich sehr sehr gerne mache.

Seit vorgestern ist dann auch der Rechtsstreit mit meinem alten Chef geklärt, wir haben uns nun auf eine Abfindungssumme geeinigt, und es bleibt nur noch zu hoffen, dass das Arbeitsamt mir nicht zu viel davon wieder abnimmt.

Oh, und nochmal zurück zu meiner Weiterbildung.

Wir sind Coronabedingt ein sehr kleiner Kurs, aktuell nur sieben Damen, aber das macht es auch super angenehm. Es kann halt keine Grüppchenbildung geben, wenn es grade mal für eine Gruppe reicht, wa. Im Rahmen dessen habe ich auch die liebe KS kennengelernt, die momentan eine starke Bezugsperson für mich ist. Zum einen, weil ich es geschafft hab, sie auf die dunkle Seite der Macht in mein Fitnessstudio zu zerren, und zum anderen weil sie der einzige Mensch ist, zu dem ich momentan körperliche Nähe hab.

Da ist doch tatsächlich jemand, der sich freut mich zu umarmen und obendrauf es scheinbar gar nicht komisch findet, wenn ich mich mitten in der Küche über ihren Rücken drapiere. Mein Herz platzt ja fast.

Aber nein, keine Sorge, ich werde weiterhin brav FF nachhängen bzw. damit weitermachen, wenn das Studio wieder aufmacht.

Was erst nächstes Jahr sein wird, wenn das so weitergeht.

Alles in allem ist meine psychische Verfassung immer noch stabil, es gibt keine nennenswerten Einbrüche in der Hinsicht. Dafür gibt aber mein Körper so langsam auf, ich weiß ja auch nicht. Knie, Hüfte, irgendein Hickhack ist da. Nächsten Monat geht’s zum Osteopathen nachdem meine Orthopädin auch nicht so ganz weiß, was sie machen soll, mal schauen, was der mir (für wie viel Geld) sagen wird.

Lebensrating 6/10 entsprechend weil Kellertraining, Körpermucken, und kein Job. Meine drei Ks.

„Now that she’s back in the atmosphere“

Und dann war ich wieder drei Monate in der Versenkung verschwunden – Oops I did it again.

An meiner Ausgangssituation hat sich allerdings auch nicht viel geändert, muss man dazu sagen. Einen neuen Job habe ich immer noch nicht in Aussicht, dafür hat mein Fitnessstudio seit einem Monat wieder auf und das ist eigentlich das wichtigste im Moment für mich. Prioritäten kann ich.

Man kann sich gar nicht vorstellen, wie ich ausgerastet bin, als die überraschende Nachricht kam, dass am nächsten Tag um 8 Uhr das Studio wieder aufmacht. Ich war dann um 8:05 Uhr da, weil ich mir nicht die Blöße geben wollte, zu denen zu gehören, die schon zwei Minuten vor Öffnung an der Tür kratzen. Dafür waren sehr viele andere dann schon vor mir da, unglaublich.

Was hab ich mich zerschossen. Mir war ja klar, dass das passieren würde, und mir war auch klar, dass ich für den Start mit deutlich weniger Gewicht trainieren sollte – so nach 8,5 Wochen Zwangspause – aber kommt mir dann meine „Geht da noch was? Da geht noch was!“-Mentalität dazwischen? Ein bisschen. Der nächste Morgen war dann auch entsprechend ein Bild des Leidens, wie ich mich dann nur dank der Kraft meiner Arme und der Nähe der Bettkante aus dem Bett befördern konnte. Das ganze ging so weit, dass ich nachts sogar vor Schmerzen aufgewacht bin, als ich mich einfach nur im Schlaf rumdrehen wollte.

Und nun die alles entscheidende Frage: War der Endorphinrausch es wert?

Duh, sowas von!

Und dass auch direkt meine Lieblingstrainerin AKA mein Schwarm AKA FF da war, hat ja alles nur noch besser gemacht.

So, gleich den fließenden Übergang zu dieser jungen Dame.

Es war alles Fun And Games, bis ich dann letzten Montag gemerkt habe, dass ich eine emotionale Abhängigkeit entwickle. Sprich, jede Interaktion mit ihr wird auf die Goldwaage gelegt und beeinflusst meine psychische Verfassung. Kennen wir ja schon zu genüge in diese Hause, bin ich ja Profi drin.

Das heißt, ich versuche da jetzt ein bisschen gegen zu steuern, denn was hab ich denn von der ganzen Kiste außer Schmerzen? Nüschte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich eh keine Chancen habe (zur Hölle mit der deutschen Sprache, hat sie letztens ‚ein‘ oder ‚mein‘ Freund gesagt?!), also warum da mehr reinstecken als absolut notwendig?

Gibt ja noch genug andere TrainerInnen, mit denen ich quatschen kann – was ich sogar tue. Seit mich nicht mal eine Woche nach Wiedereröffnung JV in einem Akt des Gym-Tourismus besucht (in Berlin waren die Studios ja noch nicht auf) und da ein bisschen meine ansässigen TrainerInnen belästigt hat, ist bei mir da auch so ein Knoten geplatzt und jetzt wird zugetextet, wer bei drei nicht im Personalraum verschwunden ist.

Allein die Tatsache, dass ich ohne Herzrasen jetzt auf diese Menschen zugehen kann, ist echt ein Wunder. An dieser Stelle Danke an JV: du hast mich zwar stellenweise echt blamiert, aber auf die lange Sicht war’s top.

Was ist sonst noch so passiert…

  1. Ich habe jetzt Tattoo Nr. 18, 19, und 20
  2. der Gesangsunterricht hat auch wieder angefangen, yay!
  3. Massephase – der wohl erste richtig ernsthafte Versuch. Ich habe in den letzten drei Monaten 5 kg zugenommen und plane noch mindestens 2, wenn nicht sogar 5 weitere ein. Der Unterschied ist jetzt schon sichtbar – ich hab auf einmal wieder Muskeln, huiiiii *_*
  4. Ich habe mir ein Chromebook zugelegt, weil schreiben auf diesem lahmen Tablet einfach nicht mehr auszuhalten war.
  5. Hatte ich das mit dem Schreiben im letzten Eintrag erwähnt? Ja, oder? Aber egal, ich bin jedenfalls immer noch dabei und sollte vermutlich eigentlich jetzt auch eher meine täglichen 500 Wörter schreiben anstelle dieses Eintrags (der an dieser Stelle schon 600 Wörter hat).
  6. Ex-Chef ist verklagt, wir sind uns noch nicht einig über die Höhe meiner Abfindung.

Das soll es erst einmal gewesen sein, denk ich. Meine psychische Verfassung ist eine solide 8 oder 9 von 10 die meiste Zeit, ab und an bricht natürlich ein bisschen Panik wegen Arbeitslosigkeit durch, aber nichts, was nicht mit ein paar Gewichten zum Schweigen gebracht werden könnte.

Alles in allem würde ich meinem Leben gerade eine solide 7/10 geben. Das ist voll okay so.

 

Titel aus „Drops of Jupiter“ von Train.

And then your world turns upside down

Ja, letzten Freitag habe ich noch lamentiert über die Lage. Am Montag wurde mir dann gekündigt (und ich wurde direkt freigestellt).

Diese Panikattacke kann man sich auch nicht vorstellen. Über Stunden schlug mir das Herz bis zum Hals, ich war gleichzeitig am Zittern und Schwitzen. Donnerstag (oder war es Freitag?) war dann endlich der erste Tag, an dem ich nicht geheult hab wie ein Schlosshund.

Zum ersten Mal in meinem Leben setze ich mich mit einem Anwalt auseinander.

Aber am Ende bleibt eins, egal wie: Mir wurde das letzte Bisschen, das mir noch Struktur gegeben hat, aus den Händen gerissen. Jetzt, in dieser Zeit, wo schon nichts anderes mehr geht. Menschlich ist mein (noch) Chef sowas von unten durch, unter anderem auch, weil er sich in der ganzen Geschichte verhält, als wäre das ganze eine Liebesbeziehung gewesen und ich sei auf einmal fremd gegangen.

Und ich versteh es nicht, weil ich echt nichts getan hab. Aber so lebe ich nun seit einer Woche mit diesem neuen Leben und versuche, nicht daran zu zerbrechen. Mittlerweile geht es ganz gut.

Aber dennoch steht die große Angst im Raum, wieder umziehen zu müssen. Und so sehr ich gerne wieder in Berlin leben würde, habe ich mir gerade hier so ein gutes Leben aufgebaut, das ich nicht einfach so hinter mir lassen will. Okay jetzt drücken die Tränen doch ein wenig hinter den Augen, ich führe das Thema erstmal nicht weiter aus.

Über Wasser halten bekommt eine ganz andere Bedeutung gerade.

Ich bin ja ein prinzipiell introvertierter Mensch, ich kann sehr gut allein sein. Aber jetzt nach so einer Woche Ausgangssperre/Kontaktreduzierung/Whatever, merke ich echt, wie sehr meine seelische Gesundheit vom Kontakt zu anderen Menschen abhängt. Nicht mal unbedingt der direkten Kontakt zu Freunden oder so, sondern einfach der alltägliche Umgang, das allgemeine Miteinander. Wow. Der Mensch ist echt ein übersoziales Tier und ich kann mich selbst auch nicht dagegen wehren.

Ich hoffe, das nimmt so schnell es geht ein Ende, sonst kann ich für meine Psyche nicht garantieren.

Positive Anmerkung: Mein Körper kommt ganz gut damit klar, wie es scheint. Also, okay, Ansichtssache, weil ich hab jetzt die 2 Kilo, die ich mir extra wieder angefuttert hab, wieder runter, aber dafür schaut mein Baby-Sixpack besser aus den je. Mal schauen, wie weit ich den noch kriege, ohne weiter abzunehmen. Da liegt jetzt eine Herausforderung, auf die ich mich konzentrieren werde (neben Bewerbungen schreiben).

Wish me luck.

 

Da fällt mir jetzt auch kein Titel mehr ein zu

Tag 2 von Homeoffice, Tag 3 seit das Fitnessstudio zu ist. Und dass meine anderen Aktivitäten (Gesangsunterricht und Sprachkurse) auch weggefallen sind, muss ich ja nicht weiter ausführen. Die ganze Angelegenheit ist für meine Psyche natürlich ein absolutes Desaster.

Ich hatte Ziele für meinen Körper. Ich habe im Rahmen dieser Ziele die letzten Wochen fast schon Zwangsmästung betrieben und den Großteil der Kilos, die ich letztens erst verloren hab, wieder raufgefuttert. Mein Fourpack ist weg. Und jetzt bin ich fast schon eingesperrt. Ohne Gewichte und Laufband. Und Fitnesskurse.

Ich bin seit Ende Mai 2016 im Studio angemeldet. Die einzigen Zeiten, wo ich nicht mindestens dreimal die Woche da war, waren, wenn ich im Ausland im Urlaub war. Ich war noch nie zuhause und nicht im Studio. The fuck.

Und dann sind da im Park Menschenherden und Familien, Gruppen, die in einer Viererkette den kompletten Weg ausmessen und nicht Platz machen, wenn jemand entgegen kommt. Verkackter Wohlstandstrotz. Ich werde nach meinem Homeoffice Einkaufen gehen und ich wette, dass sich an der Kasse niemand um einen Mindestabstand scheren wird. Aus reiner Angepisstheit und Rechthaberei wünsche ich mir eine Ausgangssperre.

Ich versuche mir jetzt, so gut es geht, eine sportliche Routine zusammenzustellen. Meine Traumvorstellung ist natürlich, dass ich jeden Morgen eine Runde Yoga mache und wieder mit Meditieren anfange. Ein paar Sonnengrüße waren heute früh auf jeden Fall schon drin.

Was Sport in der Wohnung angeht… Naja. Ich hab ein bisschen Sorge, dass ich den Nachbarn unter mir mit meinem Gespringe auf die Nerven gehe. Ich habe wirklich keine Ahnung, wie gedämpft die Böden hier sind. Ich kriege zwar nie was von der über mir mit, aber das kann auch einfach heißen, dass sie über das Laminat schwebt.

Um alles noch etwas schwieriger zu machen, ist mein rechter großer Zeh entzündet. Und weil ich gestern auf die fixe Idee gekommen bin, draußen Laufen zu gehen, ist jetzt wohl alles vorbei. Es tut so weh, es pocht so sehr, aua.

Was bleibt also noch? Richtig, die Ernährung umstellen. Das war ja sowieso für nächste Woche geplant, aber halt mit meinem anderen Sport und jetzt hab ich Angst. Egal wie, ich fange jetzt langsam an, die Kohlenhydrate zu reduzieren. Langsam, weil ich hier noch ein paar Sachen erstmal aufbrauchen will, damit sie mich in der heißen Phase nicht in Versuchung bringen. Bye bye Bananen, es war schön mit euch.

Startfotos von meinem Bauch habe ich eben schon gemacht, Wiegetag ist traditionell morgen, jetzt fange ich erstmal an zu dokumentieren, wie viele KH ich zu mir nehme. Gesamtkalorien sind erstmal nebensächlich. Tippte sie, und machte die letzte Packung Katjes auf. Kohlenhydratreduktion kann ich super.

Es wird eine schwere Zeit, und die Tatsache, dass kein Ende in Sicht ist, macht es nur noch schlimmer.

„You can’t say that I never tried“

Wann besser einen neuen Eintrag verfassen, als jetzt, wo ich mich dezent leer fühle. Bloggen als Beschäftigungstherapie, nur außerhalb von tumblr mal.

Nachdem ich meinen letzten Eintrag noch einmal gelesen habe, um zu schauen, auf welchem Stand wir hier sind, habe ich jetzt gerade geguckt, welches Gewicht ich vor zwei Monaten hatte. Weil natürlich beschäftigt mich das Thema nach wie vor – eigentlich eines der zwei großen Themen in meinem Leben aktuell.

Ja. Also im Vergleich zu damals war ich zwischenzeitlich nochmal bei zwei Kilo weniger. Gerade bin ich wieder etwas höher, aber wir arbeiten am Wieder-unter-x0-kg-kommen. Es sollte nicht so sein, das weiß ich. Es ist auf lange Sicht nicht (psychisch) gesund für mich, das weiß ich. Aber ich habe mittlerweile ein „Fourpack“ und ich will dieses verdammte Sixpack, wenn auch nur für kurz. Alte Träume sterben lang.

Viel zu viele meiner Gedanken kreisen um Kalorien. Wie viele ich noch essen darf, wie viele mir der Sport heute gebracht hat, wie viel Sport ich für Essen XYZ machen müsste, etc.. 1A Symptomatik einer beginnenden Essstörung. Why am I like this.

Why am I like this ist eine super Überleitung zum großen Thema Nummer Zwei gerade: JV (wer überrascht ist, kennt mich immer noch nicht genug nach allem).

Ich bin gerade irgendwie „out of touch“ mit ihr. Der lange Urlaub hat einiges in Perspektive gerückt, getreu dem Motto „everything seems more clear here on the other side“.

Ich meine, ich wusste ja von Anfang an, dass ein massives Ungleichgewicht in dieser Freundschaft herrscht, aber habe es auf ihre schlimme Situation und entsprechende Hilfebedürftigkeit geschoben. Und ich habe ja an sich auch genug Aufmerksamkeit und Zuwendung von ihr bekommen, auch wenn das vermutlich zum größten Teil darauf beruhte, dass sie mich halt brauchte.

Dann gab es einen Pivotmoment, als ich in den Urlaub geflogen bin. Kleine Information zuvor: es war an sich völlig normal zwischen uns beiden, Bekundungen von Hab dich lieb bis zu Ich liebe dich und Varianten dessen auszutauschen – letzteres kam sogar meistens von ihr.

Und dann kam der Moment, als ich im Flieger saß und mich verabschiedet habe.

Sie antwortete auf mein „Ich liebe dich <3“ mit „Guten Flug“.

Bäm.

Ich habe LJ vor einer Woche davon erzählt und den Screenshot geschickt, und wir waren uns beide einig, dass man auch jetzt noch hört, wie das Messer meinen Brustkorb durchstößt.

Ich will nicht sagen, dass das der Anfang vom Ende war, aber es hat mich ziemlich wachgerüttelt. Das und die Tatsache, dass wir über meinen Urlaub hinweg für unsere damaligen Verhältnisse kaum kommuniziert haben. Jetzt habe ich nicht mehr diese großen Gefühle, die mich dieses Ungleichgewicht einfach in Kauf nehmen ließen.

Nun ist der Stand, dass ich mir nicht mehr sonderlich Mühe gebe, ständigen Kontakt zu halten, was wiederum dazu führt, dass wir nur noch so tageweise reden und auch nicht mehr so viel. Und was ist das beste?

Es macht mich traurig.

Es tut weh zu merken, dass man nicht mehr wichtig ist, sobald man nicht mehr akut gebraucht wird. Oder ist das einfach nur wieder mein Borderliner-Schicksal, dass ich einfach keine zwischenmenschliche Beziehung lange auf einem Level halten kann? Bin ich nicht gut genug, um langfristig das Interesse zu halten?

Zig Gedankengänge, die mal die Schuld bei mir suchen und mal JV anklagen. Der einzige Fakt bleibt jedoch: ich bin unglücklich damit, wie es gerade ist.

Das positivste an der ganzen Kiste ist noch, dass ich mich sehr bestätigt in meinem Bauchgefühl bzw. Zögern, dass ich sie einfach trotz aller Intensität usw. nie so auf das Freundschafts- & Vertrauenslevel wie LJ heben konnte, fühle.

 

 

Titel aus: The Other Side von Tonight Alive

„Running from the demons in your mind, then I took yours and made them mine“

Ich bin in den letzten drei Monaten um fünf Jahre gealtert. Das Chaos in JVs Leben frisst mich auf.

Wie viel kann eigentlich im Leben eines Menschen schief gehen? Das einzig wirklich stabile in ihrem Leben ist aktuell ihr Job, aber der zahlt ihr nicht genug, um eine Wohnung zu finden. Und klar, ihre neue Beziehung ist an sich auch recht toll (ich mag den Kerl, so seltsam das klingt), aber dieser Hormonüberschuss macht sie auch irgendwo unberechenbar. Zusammen mit den Traumata aus ihren vergangenen Beziehungen ist das ein Spektakel für alle Beteiligten, allen voran A. und mich, die wir die Fluten abkriegen.

Und was kommt jetzt noch obendrauf? Zwei positive Schwangerschaftstests. Bin ich überrascht? Kein Stück. Ich hab sie zweimal angekackt, dass sie gefälligst aufhören soll ungeschützt rumzuvögeln, aber wenn das das eine Ohr rein und das andere wieder rausgeht…

Warum mich das alles so ankotzt und ich nicht in die bewährte „alles klar ich kümmer mich drum wir kriegen das hin mein Schatz“-beste-Freundin-Rolle verfalle? Weil ich sauer auf sie bin.

Allen voran, weil sie sich am Freitag ordentlich daneben benommen hat mir gegenüber, aber keine Entschuldigung dafür am Horizont zu sehen ist. Und dann kommt jetzt diese Kiste um die Ecke, bei der sie echt meinen Beistand braucht, und ich entsprechend meine Wut nicht ordentlich ausleben und mit ihr klären kann. Zu guter Letzt könnte ich sie einfach nur schütteln, weil meine Fresse Mädchen ich hab’s dir gesagt aber du wolltest ja nicht hören!

Äußerlich wirke ich ruhig, innerlich sitze ich da und reibe mir 24/7 die Schläfen.

In 19 Tagen geht’s in den Urlaub. Dreieinhalb Wochen mit eingeschränktem Internetzugang und entsprechend wenig Kontakt nach außen. Ich brauch eine Pause. Ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals in Bezug auf einen mir so nahe stehenden Menschen sagen würde, aber… ich brauch ’ne Pause von JV.

Anderes Thema:
Ich verliere seit Wochen kontinuierlich Gewicht. Es sind zwar nur zwei Kilo in sieben Wochen, klingt ja erstmal nicht schlimm, aber das sind im Endeffekt auch ca. 3 % meines bisherigen Körpergewichts. Und es ging halt auch runter, ohne dass ich was dafür getan hab.

Ich benutze bewusst diese Zeitform, da ich jetzt bewusst etwas tue, damit es weiter runter geht. Weil natürlich genau das eingetroffen ist, was ich befürchtet hab, als ich den Trend bemerkt hab: ein dominanter Teil von mir hat seine Chance erkannt und will jetzt „how low can you go?“ spielen.

Meine Lust auf Essen ist ziemlich gering mittlerweile. Mein Schnackselfach ist so voll, dass ich schon auslagern musste, aber ich rühre die Sachen einfach nicht an. Hunger kann ich auch super ignorieren, solange ich beschäftigt bin.

Noch dazu habe ich seit fast einer Woche eine Unruhe in mir, die mich am liebsten jeden Tag ins Fitnessstudio jagen würde. Ich war seit dem 1.12. sieben mal im Studio und habe neben meinem normalen Programm zusätzlich acht Kurse besucht (bisher waren es zwei pro Woche, aber seit 2.12. gibt’s einen neuen Kursplan, sodass ich umdisponieren muss; das ganze spielt hier natürlich rein).

Der Gewichtsverlust und der zusätzliche Sport sorgen dafür, dass sich meine Bauchmuskeln erahnen lassen (oder das zumindest so wahrnehme), was wiederum dazu führt, dass ich meine begrabene Sixpack-Hoffnung wieder ausgegraben hab und das als Rechtfertigung für meine Eskalation nehme. Das und die Tatsache, dass ich ja dann fast vier Wochen lang keinen (expliziten) Sport machen werde im Urlaub.

Und vielleicht, vielleiiiiicht hab ich auch einen etwas falschen Umgang momentan in der Hinsicht. JV kämpft mit ihrer Magersucht, LJ hat sich jetzt auch in einem Studio angemeldet, weil sie ganz dringend ganz viel Gewicht verlieren möchte, weil sie ja so „fett und hässlich“ sei (ist sie nicht, ihre Figur ist toll)… und dann sitze da ich, die einfach mal zufällig Gewicht verliert.

Ich brauch dringend eine Pause.

 

Titel aus „Without Me“ von Halsey

„but tonight I need you to stay“

Ich bin ein sehr umweltbewusster Mensch. Ich trenne nicht nur meinen Müll gewissenhaft, sondern recycle auch alte Gefühle.

In diesem Fall heißt das konkret meine Schwärmerei, die ich September letzten Jahres für JV (ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sie mangels Nachnamen als JT bezeichnet habe) hatte. Die Trainerin aus meinem (ehemaligen) Fitnessstudio, eine Woche vor meinem Umzug, ihr wisst schon. Wir hatten ja seitdem immer mal wieder ein bisschen Kontakt, im Juli hatte sie es dann ja auch endlich mal zu Besuch geschafft, etc. pp.

Dann bin ich Ende August extra für sie und ein Special in mein altes Studio gekommen (um dann nach wieder in den Zug zurück zu springen, weil ich ja am nächsten Tag arbeiten musste), und auf einmal waren diese Drecksgefühle wieder da. Aber hey, ich dachte mir ganz optimistisch, dass das in spätestens einer Woche wieder vorbei ist, weil Distanz, Abnahme der Kontaktfrequenz, bringt ja eh nichts, die Leier.

Hier stelle man sich jetzt mein wahnsinniges Lachen vor.

Wir schreiben seitdem jeden Tag, ich habe ihr aus ihrer missbräuchlichen Beziehung rausgeholfen, und als Belohnung darf ich grad das nächste Männerdrama miterleben. Dabei hätte ich natürlich nichts lieber, als dass sie sich erstmal generell von Kerlen abwendet (wenn sie sich gleichzeitig mir zuwendet, spricht da ja nichts dagegen…). 

Jedenfalls ist all das im Zusammenspiel mit meinem frisch aufgeflammten BPS richtig richtig super. Im Endeffekt kann man mich seit grob zwei Wochen wegwerfen. Es ist ein Auf und Ab, das mich in den Wahnsinn treibt. Wehe, JV reagiert auf etwas nicht so, wie ich es gerne hätte, ohje… dann hasse und verfluche ich sie und schwöre ihr ab und… ein paar Stunden später schreibe ich ihr doch wieder, weil ich ihr diese eine Sache nun aber echt erzählen muss. War diese Schwarz-Weiß-Seherei schon immer so anstrengend?

An dieser Stelle sei kurz eingeworfen, dass ich mich trotz allem nicht erneut geritzt habe, also zumindest ein kleines Yay dafür.

Wie sich in einem Gespräch mit LJ rausgestellt hat, habe ich ein ziemliches Problem mit – nennen wir es mal – interpersonellen Ranglisten. Wenn es nach meinem kaputten Kopf geht, hat jeder Mensch eine Rangliste, wie wichtig ihm/ihr die Personen A bis Z sind. Und ich will ja unbedingt, dass ich Menschen genauso wichtig bin, wie sie mir sind. Dass das alles so einfach nicht ist und noch weniger so funktioniert, sollte eigentlich klar sein.

So weit, so gut. Aber mit jedem bisschen Aufmerksamkeit, das JVs neuestes Objekt der Begierde (gefühlt) mehr bekommt als ich, geht in mir eine Eskalationskaskade los, weil oh mein Gott das war’s ich bin ihr völlig egal usw.. Die Tatsache, dass sie gerade im Urlaub und damit sieben Stunden nach vorne verschoben ist, macht das alles nur noch viel viel viiiiiieeeel schwieriger, als es eh schon ist.

Den kompletten September hatten wir ein super intensives Verhältnis und jetzt ist gefühlt Ebbe (Betonung auf ‘gefühlt’, die rationale Seite meines Gehirn weiß, dass wir jetzt eigentlich ein eher alltagstaugliches Level an Kontakt haben, aber psst, das weiß die hysterische Seite noch nicht) und ich fühle mich ungeliebt und als wäre ich jetzt egal, nachdem ich meinen Dienst für sie getan hab.

Letztlich hatte ich jetzt so die Schnauze voll, dass ich die Reste meines Escitaloprams zusammengekratzt habe, und mich seit gestern spontan selbst behandle, bis es dann leer ist. Noch so eine fetzige Idee aus meinem Hause. Was soll schon schief gehen, wa? (Sarkasmus!)

Heute geht es mir sogar recht gut schon, ob das ein Placebo ist? Die richtige Wirkung kann es ja noch nicht sein.

Richtig spannend wird es nächste Woche, denn ich habe zum Feiertag einen kurzen Überraschungsbesuch zu ihrer Arbeitszeit gebucht. Sollte sich herausstellen, dass sie wieder ihre Schicht getauscht hat, damit sie ihn sehen kann (er trainiert da auch), und ich stehe dann da… man wird meinen Schrei über Kilometer hören.

Als schön am Nachmittag vom Reformationstag die Ohren offen halten.

 

Titel aus “The Run and Go” von Twenty One Pilots

„We’re broken people“

Das hier wird kein schöner Eintrag. Wer nicht in der Verfassung ist, potentiell triggerndes zu lesen, möge bitte jetzt umkehren.

Eine kurze Zusammenfassung der letzten zwei Monate:

  • mein Opa ist gestorben
  • LJ ist mit ihrer neuen Freundin zusammen
  • mein Borderline ist mit Schwung wieder zurückgekommen
  • ich habe zum ersten Mal ausprobiert, Sex als Ablenkungsmanöver mir selbst gegenüber zu verwenden (Spoiler: keine gute Idee)
  • ich habe wieder angefangen zu ritzen

Ja, Scheiße, Mann. Knapp 6,5 Jahre aus dem Fenster geworfen.

Wie das passieren konnte? Viel zu viel auf einmal. Am Ende lief es einfach darauf hinaus, dass ich viel zu viel gefühlt habe und heulend im Wohnzimmer saß und… dann hörten die Tränen auf, die Gefühle waren ruhig, und ich hatte endlich den Fokus, schnell die Wohnung zu machen, bevor ich wieder los musste.

Dass es geholfen hat, macht die Sache im Endeffekt ja nur noch schlimmer. Dass ich jetzt den Herbst herbeisehne, weil ich dann vom Oberschenkel auf die Arme wechseln kann, ist auch kein guter Gedankengang. Ach fuck.

Ich fühle mich so ungewollt. Allen voran natürlich von LJ – aus offensichtlichen Gründen -, aber auch KJs Anwesenheit übers Wochenende hat es nicht besser gemacht. Und die Tatsache, dass unser F+ Gruppenchat damals entstanden ist, weil KJ sich permanent ausgeschlossen gefühlt hat, und jetzt die LE und KJ dauernd doch wieder privat schreiben und der Chat und somit ich kaum noch bedient werden, macht es auch nicht besser. Obwohl das mich nicht mal so stört. Also, auf rationaler Ebene stört es mich, weil ich sehe, wie ich ausgeschlossen werde und nur noch wie ein Anhängsel behandelt werde und mir kaum noch Sachen erzählt werden, seit ich den beiden von meinem sex-replused state erzählt habe, aber emotional… ist da nichts.

Intermezzo: LJ hat mir grad nach recht langer Zeit zusammenhangslos drei Herzen geschickt und jetzt kämpfe ich mit den Tränen. Zehn Minuten vor Mittagspause. Geil.

Ich bin hin und her gerissen zwischen jemandem all das erzählen und mich einfach weiter zurückziehen in der Hoffnung, dass dann alles von selbst aufhört. I just need to stop caring, right?

Bisher hat noch niemand die Wunden gesehen. Also, KJ hat sie definitiv gesehen, aber sie hat keinerlei Reaktion von sich gegeben, von daher scheint es ja egal zu sein. Ich möchte Leute am liebsten mit der Nase draufstoßen, à la seht doch, was hier passiert, wie schlecht es mir geht, und gleichzeitig niemandem davon erzählen, weil ich mich für meinen Rückfall schäme.

Seit Wochen war ich am Überlegen, wie ich an die E-Mail-Adresse meines ehem. Therapeuten komme (Tel-Nr. hab ich, aber…), weil ich ihm gerne schreiben wollte, wie es denn jetzt so ein Jahr nach Therapie aussieht und dass es mir doch ziemlich okay geht. Tja. Das hat sich dann damit erledigt. Ich kann ihm nicht schreiben, dass ich wieder angefangen hab, nachdem er immer so bewundert hat, wie ich damals aus eigener Kraft „einfach so“ aufgehört hab. Und so ein wichtiges Detail verschweigen kann und will ich auch nicht.

Und dann kommt natürlich noch die große Frage, ob ich nicht wieder angefangen hab, um Aufmerksamkeit zu kriegen, Mitleid zu erhaschen, die Menschen zu manipulieren und zu zwingen, sich mit mir zu beschäftigen, weil ich keinen anderen Weg sehe als über diese Schiene.

BPS ist echt ein Spaß fürs ganze Leben.

 

Titel aus „Screen“ von Twenty One Pilots